In der Hansestadt waren im Januar 14 223 Menschen arbeitslos – mehr als im Dezember, aber 1141 weniger als im Januar des Vorjahres. Der Rückgang betrifft vor allem gut qualifizierte Arbeitskräfte – bei Arbeitslosen ohne Berufsabschluss stagniert die Zahl.
"Der Januar ist traditionell der Monat mit der höchsten saisonbedingten Arbeitslosigkeit", begründet Rostocks Arbeitsamts-Chef Christoph Möller den aktuellen Anstieg der Arbeitslosenzahlen von Dezember auf Januar. Allerdings seien im Januar auch knapp 1000 neue Stellen für seinen gesamten Zuständigkeitsbereich hinzugekommen – dazu zählen neben der Hansestadt der Landkreis Rostock und Nordvorpommern mit der Geschäftsstelle Ribnitz-Damgarten.
Zeitarbeiter gesucht, aber auch Pfleger, Maler, Tischler
2439 freie Stellen waren im Januar für die gesamte Region beim Arbeitsamt gemeldet, 538 Arbeitsplätze (+ 28,3 Prozent) mehr als vor zwölf Monaten. Wie im Dezember seien die meisten freien Stellen von Zeitarbeitsfirmen (216), aus dem Gastgewerbe (207) und aus dem Gesundheitswesen (141) gemeldet worden. Zudem setze jetzt die Suche nach Arbeitskräften in Saison-Berufen wie der Hotellerie ein. Nach wie vor gesucht werden Mitarbeiter für Call Center und die Pflegedienstbranche. Auch für Maler, Tischler und Maurer gibt es Möller zufolge gute Arbeitsaussichten. Für die Transportbranche werde ebenfalls gesucht – vor allem Berufskraftfahrer seien begehrt. Im Bereich der Akademiker ist der Bedarf an Informatikern und Maschinenbauingenieuren nach wie vor hoch.
Der Leiter der Rostocker Arbeitsagentur betont, wie wichtig eine gute berufliche Qualifikation ist. Von den Arbeitslosen in der Hansestadt zum Beispiel sind 3545 gering qualifiziert – fast genauso viel wie im Januar vor einem Jahr. Die Zahl der Arbeitslosen mit Berufsabschluss und der arbeitslosen Akademiker hingegen nahm ab.
19,5 Prozent Arbeitslose in Ribnitz Damgarten, 12,0 in Bad Doberan
Beträchtlich ist nach wie vor die Spanne bei der Arbeitslosenquote in den einzelnen Geschäftsstellen der Arbeitsagentur: Am niedrigsten ist sie nach wie vor in Bad Doberan mit 12,0 Prozent, am höchsten in Ribnitz-Damgarten mit 19,5 Prozent. Die Geschäftstelle am Saaler Bodden ist auch die einzige Geschäftsstelle, die im Vergleich zum Vorjahresmonat einen Anstieg der Arbeitslosen verzeichnet – um 9,1 Prozent. Den stärksten Rückgang – um 10,4 Prozent – gab es in der Geschäftsstelle Bützow. In der Hansestadt sank die Arbeitslosenquote von 15 Prozent im Januar 2011 auf jetzt 13,9 Prozent.
Den ausführlichen Arbeitsmarktbericht für den Januar 2012 gibt es hier als PDF zum Herunterladen. Eine Tabelle für die Hansestadt an sich ist leider nicht enthalten – in den Statistiken für die Hauptagentur Rostock ist der Bereich Tessin-Sanitz mit einbezogen.
Landes-Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) bewertet die neue Arbeitsmarktstatistik, die in ganz Mecklenburg-Vorpommern auf einen ähnlichen Trend hinweist:. "Wichtig für die Wirtschaft ist: Der Anstieg fällt geringer aus als in den vergangenen Jahren und die Unternehmen bieten zum Jahresbeginn mehr offene Stellen an."
Silke Gajek, sozialpolitische Sprecherin der Grünen im Land, kritisiert hingegen: "Wieder zeigt sich, dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen nicht sinkt. Ein Beschäftigungszuwachs, der von der Statistik gefeiert wird, findet vor allem im Niedriglohnsektor statt. Hinzu kommt, dass immer mehr Menschen aus der Arbeitslosenstatistik fallen, ohne einen neuen Job gefunden zu haben." Im Moment werde "das Gegenteil des Notwendigen" getan, die aktive Arbeitsmarktpolitik massiv eingeschränkt. Als Beispiele führt sie an, dass die Gründungsförderung für Arbeitslose im Vergleich zum Vorjahr um fast 60 Prozent zurückgegangen sei, die berufliche Weiterbildung um 55 Prozent.
PM / Renate Gundlach | Quelle: http://www.das-ist-rostock.de